Ausblick

Ende 2013 / Anfang 2014 wird die Niederschrift der Erfahrungen abgeschlossen sein und der schriftliche Teil der Vorschungsarbeit eingereicht werden. Bis dahin soll im praktischen Bereich noch eine Innenraumrekonstruktion eines innerstädtischen Palais erfolgen und in das Gesamtmodell integriert werden. Auch der Aspekt des Überblendens soll noch behandelt werden, vorzugsweise mit dem digitalen Stadtmodell, welches im Amt für Vermessung und Geoinformation Kassel angefertigt wird. 

Eine weitere Bearbeitung des historischen Modells an sich wird bis zur Abgabe der Dissertation größtenteils ausgesetzt, soll danach aber anhand der gewonnenen Erkenntnisse wieder in vollem Umfang aufgenommen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist jedoch der eigentliche Forschungsteil abgeschlossen, alle Architekturtypen sind bekannt, spezifische Muster einer effektiven Rekonstruktion wurden erkannt und dokumentiert.

Die Fortsetzung der Rekonstruktion nach Abschluss der Forschungsarbeit geht jedoch weit über reine Fleißarbeit hinaus: erst im Laufe der letzten Jahre konnte sich ein Netzwerk verschiedener Kompetenzen abzeichnen, konnte sich andeuten, welche weitergehenden Einsatzzwecke möglich sind. Folgerichtig war der Entschluss, die Digitalisierung des Stadtgrundrisses anhand des automatisierten Liegenschaftskatasters (2009) erfolgen zu lassen, da auch die Stadt Kassel ein starkes Interesse an einer Verbindung des historischen Modells mit einem aktuellen Stadtmodell hat.

Hingegen bietet eine Kooperation mit dem FB Informatik weitreichende Möglichkeiten, dem Modell Dynamik zu verleihen - ein Aspekt, der auf bisherigen Präsentationen oft gewünscht wurde, seien es sich bewegende Objekte und Menschen, Vegetation oder eine Geräuschkulisse bzw. Kommentierung durch einen Sprecher.

Es scheint, als hätte die Präsentation auf dem Hessentag im Juni 2013 den Startschuss zu dieser Vernetzung gegeben. Ohnehin ist der Aufbau eines solchen Netzwerkes erfolgsentscheidend. Was im Zuge dieses "Pilotprojektes" erst in Erfahrung gebracht wurde, kann bei ähnlichen Projekten nun als Referenz dienen und den Netzwerkaufbau direkt fördern.

Vielleicht wird in anderen Städten der Wert eines solchen Projektes für Stadt und Mensch erkannt und ähnliches begonnen - vielleicht wird am Ende ein Großteil der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Städte wieder virtuell begehbar sein. Dies mag zunächst utopisch erscheinen, doch die Machbarkeit ist nun nachgewiesen und an den Universitäten ergäben sich hier großartige Möglichkeiten, Forschung und Lehre fächer- und fakultätsübergreifend miteinander zu vereinen.